Public Eye Awards brandmarken verantwortungslose Unternehmen
Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum zeigt Missstände auf
Davos - Parallel zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos hat die 'Erklürung von Bern' (EvB) http://www.evb.ch erneut die bei Wirtschaftsbossen eher unbeliebten Public Eye Awards http://www.publiceye.ch vergeben. Dafür werden Unternehmen beröcksichtigt, die durch unverantwortliches Konzernverhalten auf sich aufmerksam machen und vom 'Public Eye' kritisch beobachtet werden. "Wir wollen damit unternehmerische Verantwortungslosigkeiten aufzeigen, die von der breiten äffentlichkeit ansonsten oft unbemerkt blieben. Kriterien für eine Award-Nominierung sind die Tragweite und die exemplarische Natur des Vergehens", erklürt Oliver Claasen, Mediensprecher der EvB und Koordinator der Public Eye Awards, im Gespröch mit pressetext.
In diesem Jahr ging der Global Award an die franzüsische AREVA-Gruppe und der Public Eye Swiss Award an Glencore International. "Die Public Eye Awards prüsentieren konkrete F–lle der Unverantwortlichkeit von Großkonzernen. Gleichzeitig bilden sie einen gewollten Gegenpol zum Weltwirtschaftsforum in Davos", unterstreicht Claasen die Notwendigkeit der unternehmenskritischen Veranstaltung. Zusätzlich wird bei der Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum jährlich ein Public Eye Positive Award für das vorbildlichste Unternehmen vergeben. 2008 ging dieser an den Hess Naturtextilienvertrieb, der sich gegen industrialisierten und zerstärerischen Rohstoffanbau ausspricht.
Die Preisträgerin des Global Awards 2008, die AREVA-Gruppe aus Frankreich, gehört dem franzüsischen Staat bzw. ist der dortigen Atomenergiebehörde zugehörig und baut seit rund 40 Jahren in der Republik Niger Uran ab. Den Public Eye Award erhält das Nukleartechnik-Unternehmen hauptsöchlich für beabsichtigte Fehldiagnosen der dortigen Minenarbeiter in konzerneigenen Spitälern. Statt Krebs, der zumeist durch radioaktive Strahlung hervorgerufen wird, sollen den Mitarbeitern Krankheiten wie Malaria oder Aids diagnostiziert werden, um die Behandlungskosten nicht tragen zu müssen. Die Minenarbeiter und ihre Familien seien mangelhaft äber die Gesundheitsrisiken des Uranabbaus informiert. Handlungsbedarf bestehe auäerdem beim nütigen Umweltschutz durch AREVA. Das Gebiet, Luft, Wasser und Boden um die Minen seien verseucht und man lagere radioaktives Material unter freiem Himmel.
Der Public Eye Swiss Award geht an Rohstoffproduzent und -händler Glencore International. Beispielhaft für den undurchschaubaren äl- und Kohleproduzenten seien skrupellose Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen ist in 40 verschiedenen Ländern vertreten. In Kolumbien ist Glencore mit Kohleabbau beschäftigt. Dort seien massive Umweltverschmutzungen durch die mangelhafte Erfällung von Umweltauflagen verursacht und damit die Gesundheit der Bevälkerung gefährdet. Flösse, die die Bevälkerung zuvor mit Trinkwasser versorgt hatten, seien durch die Arbeiten unterbrochen und umgeleitet worden. Daräber hinaus steht die Konzernleitung im Konflikt mit der Gewerkschaft: Glencore habe Arbeiter entlassen, die sich zu organisieren versuchten, was auf gewerkschaftsfeindliches Verhalten schließen lösst.
Seit 2005 finden sich in der 'Hall of Shame' der Awards Konzerne wie Walmart, die Citigroup, Walt Disney, Bridgestone oder Novartis. Die verschiedenen Preisträger hatten es verabsäumt, ihre Unternehmensverantwortung wahrzunehmen. "Die CEOs holen sich die Awards nur selten ab", scherzt Claasen. "Wir erhalten verschiedene Reaktionen auf unsere Einladungen und Preisträgerinformationen, meistens erhalten wir aber eine formlose Absage und werden totgeschwiegen. Viel wichtiger ist uns aber die Anwesenheit jener Laudatoren, die von den Aktionen der Unternehmen direkt betroffen sind, womit bei der Verleihung der Preise immer Augenzeugen anwesend sind", heiüt es vom Award-Koordinator.
Nominiert werden die potentiellen Preisträger durch verschiedene soziale und Umweltschutzorganisationen, wie zum Beispiel Greenpeace. Auf die diesjährigen Preisträger hatten die Schweizerische Energie-Stiftung (Global Award) und die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien und Multiwatch (Swiss Award) aufmerksam gemacht. In einem knapp zweiwöchigen Voting kürten äber 12.000 Personen die unverantwortlichsten Unternehmen. "Die Public Eye Awards bestehen zum Einen aus dem Publikumspreis. Daräber hinaus wird eine Fachjury gebildet, die aus Experten für Fachgebiete wie Arbeitsrecht, Menschenrecht, äkologie oder äkonomie besteht und ebenfalls Preise vergibt" erklürt Claasen die Formalitäten der Veranstaltung.
Quelle: pressetext 26.1.2026 www.pressetext.at/pte.mc?pte=080126012 Weitere Artikel zum Thema:
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