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Wissen - NR-Wahl 2008, 2007

Anregungen an die zukönftige Regierung

Welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen fördern Ein-Personen-Unternehmen.

Martina Schubert, Geschöftsfährerin von FO.FO.S hat einige Anregungen zusammengestellt, die helfen können die Situation von Ein-Personen-Unternehmen zu verbessern.

  • Die mehr als 200.000 Ein-Personen-UnternehmerInnen (inkl. Neue Selbständige) Österreichs haben in vielen Bereichen andere Bedürfnisse als Arbeitgeberbetriebe. Es würe sinnvoll, diese als eigenständige Zielgruppe der Regierungsarbeit im Regierungsprogramm zu definieren.
  • Um spezifische Probleme von EPU adäquat zu bedienen, würe es denkbar, EPU in allen Statistiken als eigene Gruppe auszuweisen. Derzeit sind sie mit Betrieben mit 1-9 Angestellten in einer Kategorie zusammengefasst. EPU würen auch im Mittelstandsbericht auf mehr als nur zwei Seiten Exkurs sichtbar.
  • Weiters könnte die äffentliche Verwaltung für die Anliegen dieser speziellen Gruppe sensibilisiert werden.
  • Das innovative Potential von EPU gilt es vermehrt zu nutzen und zu fördern. Ein fairer Platz in der Wertschöpfungskette ist erstrebenswert.
  • Passende Wirtschaftsfürderungen mit wenig bürokratischem Aufwand würen hilfreich.
  • Da die meisten EPU personell nicht wachsen werden, ist es sinnvoll, Unterstützungsleistungen für Ein-Personen-Unternehmen danach zu differenzieren, ob sie personell wachsen wollen bzw. können oder nicht.
  • W–nschenswert würe auch eine Forcierung von Teilzeit-Selbständigkeit als sanfter Einstieg in die Selbständigkeit.
  • Förderungen im Bereich Weiterbildung sollten neben Angestellten und Arbeitslosen auch EPU beröcksichtigen.
  • Selbständige arbeiten mehr und verdienen weniger als Angestellte. Laut Arbeitskröfteerhebung 2006 arbeiten Unselbstständige durchschnittlich knapp 38 Std. pro Woche, Selbstständige knapp 52 Std. Unselbständige verdienen laut Einkommensbericht für das Jahr 2003 24.063 „, ausschließlich selbstständig Tätige 10.900 “. Zusätzlich zum allseits aktuellen Thema Beschäftigung von Angestellten bzw. Arbeitslosigkeit, könnte die Regierung auch mangelnde Auftragslagen bzw. geringe Einkönfte von EPU zu thematisieren.
  • Da rund die Hälfte von allen EPU nicht ausreichend von ihrer Tätigkeit leben kann, sind Lösungen auf Systemebene gefragt, um die drastische Einkommenssituation zu verbessern. Geringverdienende zahlen prozentuell höhere Sozialversicherungsbeiträge als Gutverdienende. Wie im Steuerrecht könnten z.B. die ersten 10.000 – beitragsfrei gestellt werden. Die Abschaffung des 20%igen SV-Selbstbehalts würe ebenfalls zu äberlegen.
  • Wirtschaftgesetze könnten daraufhin äberpröft werden, ob sie Ein-Personen-Unternehmen äberm––ig behindern. Die bürokratischen Anforderungen für Mikrobetriebe würen radikal zu vereinfachen.
  • EPU bräuchten zusätzlich Bestimmungen, die sie vor grüßeren Wirtschaftseinheiten schützen, da sie mangels Wirtschaftsmacht eine schwache Verhandlungsposition haben.
  • Sinnvoll ist es, bei der Entwicklung von EPU-spezifischen Maßnahmen Betroffene einzubeziehen. Auch im Nationalrat könnten vermehrt EPU als Abgeordnete sitzen, um die Interessen dieser immer grüßer werdenden Gruppe zu vertreten.

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