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Wissen - EPU in Österreich und EU

10-Punkte-Forderungskatalog der Grünen Wirtschaft für EPU

Volker Plass prüsentierte am 21. 9. 2006 die Forderungen der Grünen Wirtschaft.

Allein in der Wirtschaftskammer (WK) zählen bereits mehr als 170.000 Mitglieder oder 54 Prozent zu den Ein-Personen-Unternehmen (EPU), die ohne MitarbeiterInnen oder MitgesellschafterInnen unternehmerisch tätig sind.

"Diese Menschen haben spezifische Bedürfnisse und wollen nicht länger akzeptieren, dass weder die Bundesregierung noch die Wirtschaftskammer auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt reagieren", so Plass.

Die Grüne Wirtschaft drängt seit Jahren auf Verbesserungen und hat die Lage der EPU zum Schwerpunkt ihrer heurigen Kampagne gemacht: www.starke-stimme.at.

Unlängst wurde unter www.microstars.at eine spezifische Marketing-Plattform der Grünen Wirtschaft gestartet, die bereits von mehr als 500 UnternehmerInnen genutzt wird.

"Die Grüne Wirtschaft wird sich auch in der kommenden Legislaturperiode vehement für die Interessen der Ein-Personen-Unternehmen einsetzen", so Plass.

Folgende Maßnahmen haben dabei höchste Priorität:

  1. Gerechtere Steuerbemessung für Einnahmen-Ausgaben-Rechner durch Einfährung einer voräbergehend steuerbegänstigten Rücklage ("Steuersparbuch"). Damit kann in guten Jahren ein "Notgroschen" für schlechtere Jahre zuröckgelegt werden.
  2. Leichtere Kalkulierbarkeit von Investitionen: Vorzeitige 30-prozentige Abschreibung (degressive Abschreibung) im ersten Jahr.
  3. Entbürokratisierung der laufenden Buchhaltung: Anhebung der Grenze für "geringwertige Wirtschaftsgüter" von 400 auf 1.500 Euro.
  4. Erleichterung der Anstellung des/der ersten Mitarbeiter/in: Deutliche Anhebung des Freibetrags für lohnabhängige Abgaben, der seit 1988 nicht angehoben wurde, obwohl die L–hne in diesem Zeitraum um ca. 70 Prozent gestiegen sind.
  5. Bessere soziale Absicherung: Schaffung einer einheitlichen Arbeitslosenversicherung für alle Selbstständigen mit fairen Beiträgen und geeigneten Maßnahmen, um "Trittbrettfahrerei" zu verhindern.
  6. Überbrückungshilfe bei Krankheit und Spitalsaufenthalten: Schaffung einer attraktiveren SVA-Zusatzversicherung durch Erhöhung der Anzahl der leistungsfreien Tage von drei auf zehn und massiver Senkung des Beitragssatzes von 4,25 auf 1,9 Prozent.
  7. Ersatzlose Abschaffung der doppelten Krankenversicherung für "Patchworker": Versicherte, die sowohl selbstständig als auch unselbstständig arbeiten, sollen für die gesamte Bemessungsgrundlage nur einmal Krankenversicherungsbeiträge bezahlen.
  8. Gerechte Pensionsharmonisierung mit Grundsicherung im Alter: staatlich garantierte Sockelpension, kombiniert mit einem rein versicherungsmathematischen Pensionskonto.
  9. lebensbegleitendes Lernen zu erleichtern: Kosten für berufliche Weiterbildung sollen in dreifacher Höhe abgeschrieben werden können, um auch den damit verbundenen Zeitaufwand und Verdienstentgang abzugelten.
  10. Intensivierung der KMU-Forschung im Bereich der EPUs, um die wirtschaftliche Lage dieser Betriebe besser beurteilen zu können. Vorlage eines jährlichen EPU-Berichts der Bundesregierung.

Quelle: www.gruenewirtschaft.at

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