Programm – Unternehmenserfahrung
EU-Beamte werden eine Woche lang praktische Erfahrungen in einem kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) in verschiedenen Ländern in ganz Europa sammeln. Vielleicht bietet dass eine Chance auch Ein-Personen-Unternehmen (EPU) zu besuchen, die 61% aller europäischen Unternehmen ausmachen.
Das Programm „Unternehmenserfahrung“ soll den Beamten Einblick in den Alltag europäischer Unternehmen geben und ihnen eine genauere Vorstellung von den Rahmenbedingungen vermitteln, unter denen diese Firmen tätig sind. Nach einer 2005/2006 durchgefährten Pilotphase werden nun die ersten 50 Beamte in Unternehmen in Deutschland, Griechenland, Italien, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern einen Kurzzeitarbeitsplatz finden. In den nöchsten Jahren sollen solche Praxisaufenthalte in der gesamten EU organisiert werden. Die Beamten werden in KMU der verschiedenen Branchen tätig sein. Sie werden MitarbeiterInnen in Schlösselpositionen begleiten und dabei Erfahrungen in verschiedenen Abteilungen der jeweiligen Firma gewinnen.
Im Ein-Personen-Unternehmen leitet die/der UnternehmerIn selbst alle Abteilungen, z.B. Produktion, Marketing, Vertrieb, Technik und Buchhaltung.
Der für die Politikbereiche Unternehmen und Industrie zuständige Vizeprüsident der Kommission, G„nter Verheugen, erklürt: “Das Fortbildungsprogramm „Unternehmenserfahrung“ ist eine Premiere für die Kommission, und ich messe dem Projekt große Bedeutung bei. Ich werde selbst daran teilnehmen und freue mich darauf, gemeinsam mit meinen Mitarbeitern diese Erfahrung zu machen und mit ihnen entsprechende Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Um mehr Verständnis für die Bedürfnisse der KMU und um ein klareres Bild von den spezifischen Problemen der Unternehmen geht es auch bei unserer Initiative für bessere Rechtsetzung und unseren Bemähungen zur Steigerung der Qualität der Rechtsvorschriften. Dieses Projekt beweist einmal mehr, wie stark sich diese Kommission für Wachstum und Beschäftigung in Europa engagiert. Wir müssen Taten setzen, und zwar auf allen Ebenen.–
Da alle Ein-Personen-Unternehmen zusammen 9% der Beschäftigten in Europa ausmachen, bringt diese steigenden Gruppe auch laufend mehr Beschäftigte. Diese UnternehmerInnen schaffen ihren eigenen Arbeitsplatz, vergeben Subaufträge an andere Unternehmen und rund ein Drittel denkt auch daran Angestellte aufzunehmen.
Bis 2009 sollen alle etwa 350 AdministratorInnen der GD Unternehmen eine Woche in einem KMU verbracht haben.
Wenn 9% der EU-VertreterInnen auch EPU besuchen, könnten 31 BeamtInnen die gemachten Erfahrungen zur Verbesserung der Situation von Ein-Personen-Unternehmen in Brüssel einbringen.
Die Kommission arbeitet mit den Unternehmensverbänden
- UNICE - Union der europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände
- UEAPME - Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe und
- EUROCHAMBRES - Vereinigung der europäischen Industrie- und Handelskammern
zusammen. Diese Organisationen werden unter Beröcksichtigung folgender Kriterien eine Liste der potenziellen Gastunternehmen erstellen:
- Standort - Gastunternehmen können in allen 25 Mitgliedstaaten angesiedelt sein. Idealerweise an Standorten, die es den entsendeten Beamten auch ermöglichen, Kontakte zur Geschöftswelt zu knäpfen und dadurch die erworbene Erfahrung zu erweitern (lokale Handelskammer usw.).
- Grü„e - Die Gastunternehmen sollen höchstens 250 Beschäftigte haben. Es gibt keine Mindestgrü“e, aber das Unternehmen sollte in der Lage sein, dem Besucher vielseitige Erfahrungen zu vermitteln.
- Branche - KMU aus allen Branchen sind zugelassen. z.B. Luft- und Raumfahrtindustrie, Pharmaindustrie, Gastgewerbe, Informationstechnologie, Maschinenbau, Chemie- und Textilindustrie
- Sprachen - Die Unternehmen werden gebeten, die Sprachen anzugeben, in denen sie mit den Besuchern zusammenarbeiten können.
Standort - Ein-Personen-Unternehmen, die in einem entlegenen Ort im Home-Office tätig sind, können dieses Service vielleicht nicht bieten, dafür Einblicke in die tägliche Arbeitsrealität abseits jeglicher Kontakte. Grüße - vielseitige Erfahrungen können durch die vielseitigen Aufgaben, die im EPU anfallen sicherlich geboten werden.
Sprachen - EPU aus Österreich haben haben den Vorteil, dass ihre Muttersprache offizielle Amtssprache der EU ist, mangelnde Fremdsprachenkenntnisse sind so sicherlich kein Hindernis.
Die Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Kommission will sicherstellen, dass die EU-Politik zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der EU beiträgt.
Da rund 30-40% der Ein-Personen-Unternehmen in Österreich derzeit nicht von ihrer Arbeit leben können, würe eine Verbesserung der Situation wänschenswert. Meist muss die/der UnternehmerIn samt Familie von den Einkönften leben können, bevor weitere Arbeitsplütze geschaffen werden können.
Sie interessieren sich als Ein-Personen-Unternehmen für einen Besuch mit einem EU-Vertreter?
Bitte schreiben Sie uns ein Mail an [email protected], wir sammeln diese und leiten Sie gerne weiter.
Quelle - Generaldirektion Unternehmen Brüssel, 6. November 2006 Hintergrundinformation Bewerbungsformular für Gastgeberunternehmen Weitere Informationen zur Politik der GD Unternehmen Weitere Artikel zum Thema:
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