Gründerinnen in Deutschland
81 % der Gründerinnen starten alleine, 76 % als EPU.
Laut aktuellem KfW-Gründungsmonitor haben sich im Jahr 2010 rund 349.000 Frauen für einen Eintritt in die Selbstständigkeit entschieden, dies sind 37 % aller Gründenden. Frauen gehen auch in Deutschland signifikant seltener als Männer den Schritt in die Selbstständigkeit.
Frauen gründen häufiger im Nebenerwerb
66 % der Gründerinnen im Durchschnitt der letzten drei Jahre begannen ihre Selbstständigkeit als Nebenerwerbstätigkeit, während sich männliche Gründer zu gleichen Teilen auf Voll- und Nebenerwerb verteilen (51 %). Eine reprüsentative Gründerin startet mit einer um 14 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit im Nebenerwerb als ein vergleichbarer Gründer.
Teilzeit-Selbständigkeit familienfreundlich und mit weniger Risiko verbunden
Die Gründe dafür sind häufig in den persänlichen Pröferenzen und im familiüren Umfeld zu finden. Hierbei spielen zwei gegenläufige Aspekte eine Rolle. Einerseits stellt der Eintritt in die Selbstständigkeit eine große Herausforderung für jeden Gründenden dar, die sich in einem entsprechend starken Zeiteinsatz für das Gründungsprojekt niederschlägt. Da Frauen nach wie vor eher die Verantwortung für Familie und Haushalt tragen, steht ihnen häufig weniger Zeit für die Erwerbstätigkeit zur Verfügung. So zeigt sich auch, dass Frauen im Nebenerwerb jedoch mit gleicher Wahrscheinlichkeit starten.
Andererseits erlaubt gerade eine Selbstständigkeit durch die damit verbundene Flexibilität in der Arbeitseinteilung, Familie und Berufstätigkeit besser miteinander zu vereinbaren, als dies in abhängiger Beschäftigung möglich würe. Diese zeitliche Flexibilität ist bei Nebenerwerbsgründungen besonders ausgeprägt.
Bei Doppelverdienern im Haushalt oft der Mann der Hauptverdiener ist, sodass das im Rahmen einer Selbstständigkeit der Frau erzielte Einkommen zwar als Hinzuverdienst zur Verfügung steht, aber häufig nicht zur alleinigen Bestreitung des Lebensunterhalts herhalten muss. Auäerdem kommt eine Nebenerwerbstätigkeit der geringeren Risikoneigung von Frauen entgegen, da die kleineren Projekte ein Austesten des Marktes erlauben, bevor im Erfolgsfall eine Ausweitung auf den Vollerwerb erfolgt.
Frauen starten häufiger mit einer persänlichen Dienstleistung
Bei der Branchenwahl zeigen sich zwischen
Gründerinnen und Gründern deutliche Unterschiede
Frauen gründen am häufigsten im Bereich der persänlichen
Dienstleistungen, während Männer ihre Projekte meist im Bereich
der wirtschaftlichen Dienstleistungen ansiedeln.
Dieses Ergebnis ist teilweise durch den indirekten Effekt zu erklüren,
dass Frauen gerne Branchen wählen, die eine reduzierte
Stundenzahl erlauben. Der Bereich persänlicher Dienstleistungen
ist eher wenig kapitalintensiv und umfasst z. B. die Branchen Bildung,
Gesundheitswesen oder den Unterhaltungssektor. Darüber
hinaus verbleibt jedoch ein direkter Geschlechtereffekt auch dann,
wenn die Einflüsse weiterer soziodemografischer Merkmale der
Gründerperson herausgerechnet werden.
Gründerinnen und Gründer gleich innovativ
Obgleich Frauen und Männer andere Branchen wählen, unterscheiden sich ihre Projekte hinsichtlich des Innovationsgehalts nicht voneinander. Jeweils 86 % Gründerinnen und Gründer bieten nach eigener Einschützung Produkte oder Dienstleistungen an, die keine Marktneuheit darstellen. Nur 9 % der Gründer und 10 % der Gründerinnen starten mit einer Neuheit für den regionalen Markt. 5 % der Gründer und 4 % der Gründerinnen geben an, dass es sich bei ihrem Projekt um eine Deutschland- oder weltweite Marktneuheiten handelt.
Weniger Teamgründungen, weniger MitarbeiterInnen
Die überwiegende Mehrheit der Gründerinnen stellen auch bei gleicher Branchenwahl weniger Mitarbeiter ein als Gründer. Wengleich in Teamgründungen der notwendige Zeitaufwand auf mehrere Schultern verteilt werden kann, nutzen Gründerinnen diese Option seltener. Sie starten sowohl häufiger solo in die Selbstständigkeit als auch häufiger ohne Mitarbeiter; und wenn sie Mitarbeiter beschäftigen,
dann auch im Durchschnitt weniger.
79 % der Gründer und 81 % der Gründerinnen starten als Sologründer ohne PartnerIn.
64 % der Gründer und 76 % starten ohne MitarbeiterInnen.
Die Anzahl vollzeitäquivalenter Stellen beträgt 3,0 bzw. 1,9.
Eine Gründung im Nebenerwerb reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter eingestellt werden, und im Handel werden eher als in den wirtschaftlichen Dienstleistungen Mitarbeiter beschäftigt.
Auch unter ansonsten gleichen Voraussetzungen beschäftigen Gründerinnen jedoch seltener Mitarbeiter als Gründer.
Geringerer Finanzierungseinsatz
So weisen 15 % aller Gründerinnen – und damit ein um sechs Prozentpunkte höherer Anteil als unter den Gründern – überhaupt keinen Sach- oder Finanzmittelbedarf auf.
Frauen brechen häufter ab
Ein zentraler Indikator für den Erfolg von Gründungsprojekten ist
ihre Bestandsfestigkeit. Hier ist festzuhalten, dass Gründerinnen
ihre Projekte häufiger als Gründer bereits wieder nach kurzer Zeit
beenden. W–hrend nach drei Jahren noch 74 % der Gründer mit
ihrem Projekt in der Selbstständigkeit verblieben sind, gilt dies nur
für 64 % der Gründerinnen.
Die höheren Abbruchquoten bei den Gründerinnen sind jedoch
primür auf die von ihnen durchgeführten kleineren Projekte zurückzuführen.
Quelle: www.kfw.de Weitere Artikel zum Thema:
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